Edelmetalle – eine Blase die keine ist

Manuel ErnstInvesting Comments

Vom Schreibtisch von Manuel Ernst

Thema: Solltest du Edelmetalle besitzen und warum du Bankern nie blind vertrauen darfst

_______________

Gleich zu Beginn dieses Artikels möchte ich feststellen, dass die Edelmetalle Gold und Silber zum aktuellen Zeitpunkt zu meinen favorisierten Geldanlagen gehören. Ich will dir im Folgenden erläutern warum dem so ist und warum es auch für dich äußerst sinnvoll ist Gold und Silber zu besitzen.

Zuerst gehe ich auf die Frage ein warum Edelmetalle, allen voran Gold, in den Medien permanent verteufelt werden und warum dir auch dein Banker niemals zu einem Investment in Edelmetalle raten wird.

Beides lässt sich im Grunde auf das Fehlen eines außerordentlich wichtigen Wissensbereichs zurückführen, nämlich den Mangel an finanzieller Bildung.

In den Massenmedien wird in immer kürzer werdenden Abständen, genau dann wenn beispielsweise der Goldpreis ein neues Rekordhoch erreicht hat, behauptet, dass sich Gold nach diesen starken Anstiegen in einer Blase befindet die zu platzen droht. Damit ist das Thema auch schon für die Medien abgehandelt.

Auch von einem durchschnittlichen kleinen Filialbanker wirst du kaum etwas anderes zu hören bekommen, was ebenso auf mangelnde finanzielle Bildung zurückzuführen ist. Diese wurde dem Banker in der Berufsschule nicht vermittelt.

1 Kilogram Silber Münze Australischer Kookaburra

1 Kilogram Silber Münze Australischer Kookaburra

Ich möchte ein kleines Beispiel anführen an dem sich die finanzielle Bildung eines Bankers klar wiederlegen lässt.

Nehmen wir an du hättest dich mit deinem Banker im Januar 2000 zu einem Beratungsgespräch getroffen, da du zu diesem Zeitpunkt gerade 10.000 Euro zum Anlegen verfügbar hattest.

In diesem Zeitraum, um das Jahr 2000, hat der Goldpreis sein vorläufiges Tief bei zirka 260 Euro pro Unze erreicht. Wenn du deinen Banker gefragt hättest ob ein Investment in Gold zu diesem Zeitpunkt sinnvoll wäre, hätte er dir vermutlich folgendes geantwortet: „Gold, jetzt? Oh nein, wie kommen Sie darauf diesen Schrott jetzt zu kaufen? Der Preis von Gold ist in den letzten 20 Jahren nur gefallen und wird auch noch weiter fallen, wahrscheinlich soweit bis er bei Null steht!

Wer braucht heute schon Gold?“

Nach dieser Belehrung deines Bankers hättest du wahrscheinlich kein Gold gekauft. Du wärst mit irgendeinem anderen Finanzprodukt aus dem Beratungsgespräch gegangen, aber sicherlich nicht mit Gold.

Gehen wir einige Jahre weiter, ans Ende des Jahres 2004. Selbe Angelegenheit, selber Ort.

Du bist in die Bankfiliale gegangen um dich mit dem Banker zu beraten welche Geldanlage zu diesem Zeitpunkt aussichtsreich sein könnte. Zu deiner Information, der Goldpreis stand Ende 2004 bei zirka 450 Euro. Was hätte dein Banker wohl gesagt wenn das Gespräch auf das Thema Gold gekommen wäre?

Er hätte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und gepredigt: „Gold? Um Gottes Willen! Wollen Sie sich wirklich kiloschwere Barren in den Keller legen? Gold zahlt keine Zinsen und außerdem ist der Preis in den letzten drei Jahren schon um fast 100% gestiegen! Das muss ja bald zusammenkrachen. Gold? Auf keinen Fall!“

Du hättest die Bank also wieder ohne ein einziges Gramm Gold verlassen.

Machen wir nun einen weiteren Zeitsprung ins Jahr 2009. In diesem Jahr überschritt der Goldpreis erstmals die optisch und psychologisch interessante Marke von 1000 US-Dollar pro Unze. Wahrscheinlich kannst du dir schon denken was dir dein Banker geraten hätte:

„Gold? Auf keinen Fall! Der Preis hat gestern 1000 Dollar überschritten und befindet sich nun in einer Blase. Diese wird jeden Moment platzen und dann können Sie froh sein wenn Sie kein Gold gekauft haben. Sie können damit nur verlieren!“

Du hättest auf den ‚guten Rat‘ deines Bankers hin wieder kein Gold gekauft. Zur Erinnerung, seit dem ersten Beratungsgespräch sind jetzt neun Jahre vergangen. Hättest du damals als keiner Gold kaufen wollte, entgegen der unqualifizierten Meinung des Bankers, beherzt zugegriffen, hättest du dein Geld seitdem bereits vervierfacht. Das entspricht einer Rendite von 400% in 9 Jahren. Diese ist dir leider entgangen, da dein Bankverkäufer die 10.000 Euro vermutlich in einem vermeintlich „sicheren Produkt“ angelegt hätte.

Verpasste Rendite hin oder her. Geh davon aus das dein Banker dir auch im Jahr 2015 nicht zu Gold raten wird.

Der Goldpreis hat im Jahr 2011 sein vorläufiges Hoch bei 1920 Dollar pro Unze erklommen. Dies entspricht in der Tat einem spektakulären Anstieg, jedoch lässt sich daraus keinesfalls schließen das Gold schon „zu teuer“ ist.

Bei einer Aktie lässt sich auch nicht pauschal sagen ob diese ein attraktives Investment darstellt, nur weil der Preis pro Aktie bei optisch günstigen 95 Cent, oder 0,95 Euro liegt. Der Preis als absolute Zahl sagt nichts darüber aus ob eine Anlage schon zu teuer oder immer noch billig ist.

Doch leider schauen die meisten Menschen mangels finanzieller Bildung nur auf den absoluten Preis und treffen daher mit stetig wiederkehrender Häufigkeit Fehlentscheidungen in Anlagefragen.

Nun nochmal zurück zum Bankberater. Dieser wird dir aus zwei Gründen niemals zum Kauf von Edelmetallen raten:

  1. Mangelnde finanzielle Intelligenz („Gold ist schon zu teuer“)
  2. Beim Verkauf von Edelmetallen verdient der Banker (fast) keine Provision

Beide Gründe führen dann zu unfundierten und unqualifizierten Aussagen wie „Gold ist eine Blase!“. Dem entgegne ich mit folgender Behauptung: Die Blase liegt nicht im Gold, sondern im Geld!

Wir leben in Zeiten unzähliger Krisen: Hypothekenkrise, Finanzkrise, Eurokrise, Wirtschaftskrise, Währungskrise, Griechenland-Krise. Die Krise hat viele Namen. Ganz egal welcher Krise gerade die meiste Bedeutung zugeschrieben wird, für uns ist lediglich entscheidend wie die verantwortlichen Politiker, Zentralbanker und Co auf diese Krisen antworten. Und fest steht das deren Antwort recht einfallslos und seit Jahren die Gleiche ist.

Gelddrucken, noch mehr Gelddrucken, und noch viel mehr Gelddrucken. Euro, Dollar, Pfund, egal. Die EZB (Europäische Zentralbank) druckt Billionen frischer Euros und die amerikanische Zentralbank FED druckt billionenweise frische Dollars. So versucht man der Krise Herr zu werden. Es ist daher nur logisch, dass wenn immer mehr Geld ins System kommt, das bisher im Umlauf befindliche Geld an Wert verliert.

Dies sollte verständlich sein: je mehr es von etwas gibt, desto weniger ist die einzelne Einheit wert. Es kommt somit zu einer Geldentwertung, im wirtschaftlichen Fachjargon auch „Inflation“ genannt.

Die offizielle Inflationsrate (die erstunken und erlogen ist) liegt derzeit bei ungefähr 2%. Die tatsächliche Inflationsrate liegt hingegen eher im Bereich zwischen 5%-10%.

Falls du daran Zweifel hast, frag einmal eine Hausfrau die jede Woche im Supermarkt einkaufen geht. Die kann ein Lied davon singen, dass Lebensmittel wie Butter und Milch unaufhörlich im Preis steigen.

Ein weiterer wichtiger Faktor den wir betrachten müssen sind die Zinsen. Das ist das Geld dass du von deiner Bank auf Guthaben gezahlt bekommst, die du beispielsweise für ein Jahr auf einem Tagesgeldkonto parkst. Dieser Zins variiert derzeit zwischen 1,0% und 3%.

Lass uns die Fakten also kurz zusammenfassen: Du bekommst 2% Zinsen gezahlt wenn du dein Geld sparst. Nun müssen wir noch die Inflation einrechnen, die ununterbrochen am Wert des Geldes knabbert. Wir setzen diese konservativ mit 5% an. 2% Zins abzüglich 5% Inflation ergibt -3%.

Jedes Jahr in dem du dein Geld auf einem Konto sparst verliert es somit 3% an Wert. In anderen Worten: Du wirst fürs Sparen bestraft.

Dieses Phänomen wird auch als ‚negative Realverzinsung‘ bezeichnet.

EXKURS: Die Zinspolitik der Zentralbanken

Der Grundgedanke den eine Zentralbank mit einem niedrigen Leitzins verfolgt ist es das Sparen für die Menschen möglichst unattraktiv zu machen. Wenn ich als Sparer heute nur einen geringen Zins auf mein Guthaben bei der Bank bekomme, habe ich kaum einen Anreiz meine Käufe (oder „Konsum“) in die Zukunft aufzuschieben. Die Belohnung die man für den Konsumaufschub zu einem zukünftigen Zeitpunkt erhalten würde, nämlich den Sparzins, ist einfach zu gering. Daher entscheidet sich der Großteil der Sparer sein Geld stattdessen schon heute auszugeben, zum Beispiel für eine neue Waschmaschine, ein neues Auto oder eine Urlaubsreise. Damit hat die Zentralbank Ihr Ziel erreicht. Dadurch dass Menschen Ihr Geld schneller ausgeben, erhöht sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes und die Wirtschaft wird „angekurbelt“.

Die Crux an dieser Vorgehensweise ist, dass die Zentralbanken mittlerweile über den Zins aktiv Wirtschaftspolitik betreiben. An und für sich war ursprünglich das erklärte Ziel der Europäischen Zentralbank einzig und allein für Geldwertstabilität zu sorgen. Das gesamte Finanzsystem ist jedoch schon so krank, dass Zentralbanken Ihre eigentlichen Ziele über den Haufen schmeißen mussten und aktiv dabei mithelfen müssen den Laden „Wirtschaft“ am Laufen zu halten. Das dieses Spiel aber auch nur auf bestimmte Zeit gut gehen kann, versteht sich von selbst.

/EXKURS ENDE/

Versuchen wir nun die hergeleiteten Punkte mit dem Thema Edelmetalle in Zusammenhang zu setzen. Dein Banker konfrontiert dich, angesprochen auf das Thema Gold, immer mit Argumenten wie:

– man kann darin nicht wohnen (im Gegensatz zu Immobilien)

– man kann davon nicht abbeißen (im Gegensatz zu Immobilien;-)

– es zahlt keine Zinsen

Nun haben wir aber gesehen, selbst wenn man irgendwo Zinsen gezahlt bekommt, verliert man trotzdem immer noch Geld (aufgrund der negativen Realverzinsung). Solange die Zinsen so niedrig sind wie derzeit kann das Argument „Zinsen“ also komplett außenvorgelassen werden.

Daher gilt: pfeif auf den Banker und pfeif auf die Zinsen!

In Anbetracht dieser Tatsachen sollte jedem verständlich geworden sein warum die Anlageform Edelmetalle gar keine so schlechte Lösung ist, wie es von den Medien und der Bankbranche häufig dargestellt wird.

Niedrige Zinsen, hohe Inflationsraten, diverse Krisenherde überall auf der Welt sowie exponentiell wachsende Schuldenberge stellen DAS perfekte Umfeld für die Edelmetalle Gold und Silber dar.

Wer all seine Anlagen in Finanzprodukten stecken hat die auf die Währung Euro lauten, wie Bausparverträge, Lebensversicherungen, Riester-Rente etc. wird nicht so ruhig schlafen können wie jemand der einen angemessenen Teil seines Geldvermögens in Gold und Silber angelegt hat. Sollte der Euro morgen vor die Hunde gehen kann dir das relativ egal sein wenn du mit deinem kleinen Edelmetallschatz Vorsorge getroffen hast.

Die Edelmetalle stellen in krisenhaften Zeiten vor allem einen Schutz gegen das Unvorhersehbare dar, eine Art Versicherung gegen den finanziellen Super-Gau.

Gold und Silber werden primär zum Zweck des Kapitalerhalts erworben, erst in zweiter Linie aus Renditeorientierung. Falls dieser finanzielle Super-Gau nicht eintrifft hast du mit einem Edelmetallinvestment dennoch einen Teil deines Geldes gegen Inflation und negative Zinsen abgesichert, und kannst darüber hinaus noch eine ansehnliche Rendite auf Sicht einiger Jahre erzielen.

———

Zur momentanen Marktlage im Gold und Silber.

Edelmetalle stellen aktuell durchaus eine interessante Kaufoption dar. Seit dem Hoch im Jahr 2011, welches im Gold bei 1920$ pro Unze und im Silber bei 49$ pro Unze lag, haben beide Metalle um nahezu 50% korrigiert.

Zum heutigen Tag liegt der Preis von Gold bei 1185$ und Silber bei 16,50$. Es ist für mich absolut vorstellbar, dass es einen letzten heftigen Abverkauf geben wird, der die übrig gebliebenen „schwachen Hände“ endgültig aus dem Markt drängen wird. Der Abverkauf könnte die Preise weiter Richtung 1050$ und 13,50$ fallen lassen.

Wenn dieser Fall eintritt, sollte beherzt zugegriffen werden, gemäß der alten, unappetitlichen Börsenweisheit „Kaufe, wenn das Blut auf der Straße spritzt“.

Ich gehe davon aus, dass der finale Abverkauf das Ende der über 4 Jahre andauernden Korrektur markieren wird. Im Anschluss ist davon auszugehen, dass die Edelmetallpreise auf Jahre hinaus in ihren ursprünglichen Bullenmarkt zurückkehren und neue Hochs ausbilden werden.

———

Silber Münze "Jahr der Maus"

Silber Münze „Jahr der Maus“

Je konservativer und risikoscheuer du bist, umso größer sollte der Anteil an Edelmetallen in deinem Portfolio sein.

Wenn ich dein Interesse am Thema ‚Geldanlage Edelmetalle‘ geweckt haben sollte, findest du weitere nützliche Infos in meinem Artikel über das Haifischbecken Edelmetallmarkt. Darin erfährst du wie du dich als Neuling auf sinnvolle Weise am Markt engagieren kannst.

Bis zum nächsten Mal.

Mit charmanten Grüßen

Euer

– Manuel Ernst

Teile diesen Beitrag:
Share