Die Illusion des Geldes

Manuel ErnstFinancial intelligence, Mindset Comments

Ah, Geld. Geld ist unser Retter. Geld ist unser Gott. Geld muss sicherlich sehr wertvoll sein, wenn doch so viele Menschen danach jagen. Aber da gibt es ein Dilemma.

Geld ist nicht echt. Es ist fiktiv. Wir könnten genauso gut Zweige und Blätter als Zahlungsmittel verwenden. Der einzige Wert, den Geld besitzt, ist der, den wir ihm geben, beziehungsweise der Wert, den wir denken, dass Geld hat. Selbst wenn unser Papiergeld mit Gold gedeckt wäre (im Rahmen eines Gold Standards), würde es keinen großen Unterschied machen. Der einzige Wert, den Gold hat, ist der, den wir ihm geben. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass Edelmetalle ein ehrlicheres Zahlungsmittel sind, als jegliche Papierwährung, muss ich unverfroren zugeben, dass auch die Metalle an und für sich keinen wirklichen ‚inneren Wert’ haben. Die einzig sinnvolle Möglichkeit, Geld einen Wert beizumessen, ist es, Nahrung als Maßstab zu verwenden.

Stell dir vor…

Du strandest auf einer Insel, die von Einwohnern bewohnt wird, die bisher noch nicht von der Welt da draußen korrumpiert wurden. Diese Insel ist reich an natürlichen Rohstoffen. Du beginnst die Bewohner der Insel nun davon zu überzeugen, dass das Papier, welches du mitgebracht hast, unglaublich wertvoll ist. Im Austausch gegen das Papier erklären sie sich bereit, sich in den Minen abzurackern. Sie überlassen dir all ihre natürlichen Rohstoffe, um im Gegenzug von dir die Papierschnipsel zu erhalten. Du hast wiederum einen unendlichen Vorrat an Papierschnipseln, weswegen diese dir rein gar nichts bedeuten. Du nimmst alle natürlich wachsenden Nahrungsmittel der Insel, verarbeitest sie zu künstlichem Müll mit langem Mindesthaltbarkeitsdatum und verkaufst sie zurück an die Bewohner der Insel. Durch all die natürlichen Ressourcen, die du bekommst, wirst du so stinkreich, wie du nie zu glauben vermochtest.

Während du wohlhabend wirst, verarmen die Bewohner der Insel immer weiter, werden unglücklich, sind schlecht ernährt usw… Sie denken, dass sie mehr von den Papierschnipseln brauchen, damit es ihnen besser geht. Denk daran, du hast unbegrenzt viele Papierschnipsel zur Verfügung, aber damit diese armen Seelen weiterhin für dich arbeiten, gibst du ihnen keine Lohnerhöhung. Die Menge an Papierschnipseln, die du ihnen gibst, bleibt gleich. Du tust so, als ob die Zeiten schlecht sind, und du erzählst ihnen, dass sie härter arbeiten müssen, um irgendwann in der Zukunft ein besseres Einkommen zu erzielen. Sie müssen einfach nur ihre Köpfe unten halten und weiter Gas geben.

Nun, was würdest du über die Bewohner dieser Insel denken, die du doch so leicht davon überzeugen konntest, dass sie diese wertlosen Papierschnipsel brauchen im Austausch gegen ihre wertvollen Ressourcen? Du würdest denken, dass diese Leute ziemlich blöd sind. Sie hatten Überfluss an Rohstoffen, sie hatten beliebig viel Freizeit, die sie mit ihren Familien und Freunden verbringen konnten, und sie hatten Überfluss an natürlich gewachsenen Nahrungsmitteln.

Mach dir Gedanken über die Leute dieser Insel und vergleiche deren Situation mit deinem Bürojob. Vielleicht bist du gerade noch in der Universität und ein Bürojob im Hamsterrad ist das, was dir blüht.

Fühlst du dich jetzt schon wie der Gelackmeierte?

Denkst du immer noch, es lohnt sich, dich abzurackern, um im Endeffekt dennoch mit (fast) leeren Händen dazustehen?

Meinst du nicht, dass es eine bessere Idee wäre, deinen nervtötenden Job hinter dir zu lassen und stattdessen das zu tun, was du wirklich liebst?

Ich meine schon.

Du hast nur dieses eine Leben zu leben. Lebe es nicht, um jemand anderen reich zu machen. Lebe es nicht, um das Königreich eines anderen aufzubauen.

Bau dein eigenes Königreich.

Du kannst es.

 

-Manuel

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