Was ist ein echtes Risiko?

Manuel ErnstFinancial intelligence Comments

Um deinen Verstand zu trainieren, Geld als Mittel zum Zweck zu sehen, zum Zweck der finanziellen Freiheit und Unabhängigkeit, musst du verstehen was ein echtes Risiko ist. Was würdest du jemandem antworten, der zu dir sagt, „Investieren ist riskant und unsicher“. Sicherlich ist die Börse kein Ort an dem die Zukunft vorausgesagt werden kann, aber das muss auch nicht sein. Wichtig ist, seine Investitionen auf einem fundierten Gerüst aufzubauen und nicht einfach planlos an den Börsen zu „spielen“. Das einzig wirklich unsichere ist, ohne Kenntnisse zu agieren. Das Investieren hat einige Gemeinsamkeiten mit dem Autofahren. Erst nachdem du eine Fahrschule besucht und eine Reihe von Erfahrungen erworben hast bist du in der Lage Auto zu fahren. Warst du jedoch nie in der Fahrschule wird es dir nicht gelingen vernünftig Auto zu fahren.

Was stellt ein weiteres Risiko dar? Ein schlechter Rat ist beispielsweise ein Risiko. Allgemein ist ein finanzieller Ratschlag besser als kein Ratschlag. Doch letztendlich basiert die Entscheidung zur Investition auf der eigenen finanziellen Bildung. Wenn keine Kenntnisse über das Investieren vorliegen ist jeder Rat besser als gar keinen Rat zu erhalten. Aber nur wenn du lernst zu erkennen was den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Rat ausmacht, vermeidest du das Risiko auf einen falschen Rat hereinzufallen. Wir sind davon überzeugt, dass viele Menschen ihre Finanzen nicht beherrschen können, weil sie aufgrund falscher Informationen handeln. Dabei wird ein beträchtlicher Teil der Informationen von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben und so übertragen sich die Fehlinformationen aufgrund der schlechten finanziellen Bildung von Generation zu Generation weiter. Und da der Großteil der finanziellen Bildung durch die Eltern erfolgt, werden auch die Kinder Probleme haben den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Rat zu erkennen. Arbeite an deiner finanziellen Bildung. Es wird dir, als auch später deinen Kindern, zugutekommen.

Sind Berater in der Lage dir einen finanziellen Rat zu geben? Deine Berater sind immer nur so schlau wie du. Sie können einem eine große Hilfe sein und Informationen bereitstellen, die einem sehr helfen. Aber genauso können Sie einem keine Hilfe sein, nämlich dann wenn wir selbst keine finanzielle Bildung besitzen. Sofern du über keine Grundkenntnisse des Investierens verfügst, werden dir deine Berater nur sichere Geldanlagen empfehlen. Diese Anlagen beherbergen ein geringes Risiko, erwirtschaften aber auch nur geringe Gewinne. Und diese geringen Gewinne werden noch durch die vorherrschende Inflation geschmälert, sodass am Ende nur ein mickriger Gewinn übrig bleibt, wenn überhaupt. Dein Berater wird dir eine Diversifikationsstrategie empfehlen, welche zwar das Risiko minimiert, dir aber dadurch auch die Möglichkeit nimmt hohe Renditen zu erzielen. Diversifikation bedeutet viele Aktien aus vielen verschiedenen Branchen in das eigene Portfolio aufzunehmen, um das Risiko von Kursverlusten des Portfolios zu reduzieren. Durch die Aufteilung des Kapitals auf viele Aktien werden mögliche Kursverluste einiger Aktien durch die Gewinne anderer Aktien ausgeglichen. Stark diversifizierte Portfolios neigen dazu, dass sich Gewinne der Aktien mit den Verlusten anderer Aktien so ausgleichen, dass Sie nur einen wenig schmackhaften Gewinn erzielen. Hast du dagegen eine solide finanzielle Bildung, werden sich deine Berater einige Zeit für dich nehmen, weil diese deine Kenntnisse erkennen werden und du dadurch weniger leicht übers Ohr gehauen werden kannst. Du wirst Informationen erhalten, die deine Anlagen hin zum Positiven beeinflussen werden. Sie können dir helfen zur Anlageentscheidung notwendige Marktdaten zu bestimmen oder Geschäftsberichte zu suchen. Grundvoraussetzung hierfür ist aber, dass du zuerst an dir selbst arbeitest und danach die Zusammenarbeit mit einem Berater suchst. Bedenke, dein Berater ist nur so schlau wie du selbst!

Banker agieren im Interesse ihrer Bank oder aus Eigeninteresse. Banker beraten dich genau so wie andere Berater. Dir werden Diversifikationsstrategien empfohlen. Am liebsten verkaufen (und das meine ich wörtlich) sie dir Produkte an denen die Bank bzw. der Berater am meisten verdient. Die Beraterfunktion übernehmen sie nur, wenn sie dadurch einen Verkaufsabschluss erzielen können, ansonsten werden dir Bankberater keine allzu große Hilfe sein. Banker werden nämlich meist danach bezahlt, wie viele Produkte sie verkauft haben bzw. wie viele Verträge sie zum Abschluss gebracht haben. Besitzt du aber eine solide finanzielle Bildung, so können dir auch Banker eine Hilfe bei Investitionsentscheidungen sein.

Bedenke dabei noch, dass deine Verbindlichkeiten die Vermögenswerte der Bank und deine Vermögenswerte die Verbindlichkeiten der Bank darstellen. Daher sind Banken daran interessiert dir so viele Produkte (Versicherungen, Aktienfonds etc.) wie möglich zu verkaufen. Denn sie verdienen durch die Zinsen die sie verlangen (hohe Zinsen) enorme Summen. Hingegen sind Banken nur wenig an deinen Sparguthaben interessiert. Denn diese stellen für die Bank Verbindlichkeiten dar. Deshalb erhältst du auch nur geringe Zinsen, damit die Ausgaben der Bank an dich nur gering sind. Als weiteres sind Banken in der Lage jeden Euro den du einlegst mehr als 10  bzw. 15 mal zu verleihen. Dies ist möglich, da die Banken für jeden Euro den sie verleihen nur einen geringen Prozentsatz an Eigenkapital nachweisen müssen. Das heißt du als Kunde erhältst für den einen Euro unverschämt geringe Zinsen und die Banken verlangen für die 10 oder 15 Euro die sie daraus generieren hohe Zinsen von dir (z.B. bei Krediten). Beachte diese Tatsache bei jedem Gespräch mit deinem Banker.

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